Junge Generation Graz Blog

Handy-Verbot in Grazer Öffis

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Eigentlich ist zu diesem Thema nur eines zu sagen: Völliger Schwachsinn!!!

Für all jene, denen dieses Statement zu wenig ist, erläutere ich meine Gedanken zum seit kurzem wirksamen Handyver- bzw. „Nicht-Telefonier-Gebot“ aber natürlich gerne noch etwas ausführlicher:

Als ich von diesem neuen Verbot zum ersten Mal gehört habe, dachte ich zunächst, dass das ein verspäteter Aprilscherz wäre. Aber nein! Schon wenige Tage nach der ersten Ankündigung von Bgm. Siegfried Nagl wurde dieses Schwachsinns-Verbot in Graz Realität. Und unser geschätzter Bürgermeister ließ es sich natürlich nicht nehmen, das von ihm erdachte Handy-Verbot medienwirksam zu vermarkten. Dabei war es ihm völlig gleichgültig, was die Grünen Koalitionspartner dazu sagen. Aber wundert das wirklich? Mich nicht! Das Handy-Verbot in den Straßenbahnen passt optimal in das ÖVP-Konzept „Gosch’n halt’n, Hände falten“ – denn, so muss man sich fragen – wo wird das ganze hinführen, wenn man überlegt, dass ein Handy-Verbot alleine ja gar nichts bringt, wenn nach wie vor Sprechen mit dem Sitznachbarn in voller Lautstärke, Musikhören ohne Kopfhöher und sonstige Lärmverursachende Aktivitäten in der Bim erlaubt sind. Zu dieser Thematik habe ich daher später noch einige Vorschläge weiterer Verbote für unseren Bürgermeister. Aber zunächst zurück zum Kernthema: Das Handy-Verbot in den Grazer Straßenbahnen ist aus meiner Sicht nicht nur sinnlos, sondern auch äußerst bedenklich, denn einerseits wird dadurch die heute immer wieder beklagte „Kommunikationslosigkeit“ der Menschen weiter gefördert (für viele, die einen 40-Stunden-Job haben und nicht in der glücklichen Lage sind, auch innerhalb der Arbeitszeiten Privatgespräche führen zu dürfen, ohne mit einem Kündigungsschreiben rechnen zu müssen, daneben vielleicht noch mit Kinderbetreuung und Haushalt beschäftigt sind, stellt die Fahrt von und zum Arbeitsplatz nun mal eine der wenigen Gelegenheiten dar, um ausführlich mit Freunden und Bekannten telefonieren zu können), wird durch diese Maßnahme der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel nicht gerade attraktiver gemacht. Ganz im Gegenteil steht zu befürchten, dass Geschäftsleute und dergleichen lieber wieder auf den Individualverkehr zurückgreifen, wenn sie befürchten müssen, dass ihnen durch zwangsweise abgeschaltete Handys in den Öffentlichen und die daraus resultierende Nichterreichbarkeit durch ihre (potenziellen) Geschäftspartner Vertragsabschlüsse entgehen. Aber mit diesem Problem hat ein Herr Nagl, der sich mit (Dienst-)Wagen durch die Stadt chauffieren lässt, natürlich nicht zu kämpfen …

Wie bereits angeklungen, befürchte ich eine noch stärkere Einschränkung der persönlichen Freiheit in den Straßenbahnen und Bussen der GVB, wenn man wirklich – wie häufig von den Befürwortern des Handy-Verbots argumentiert – mehr „Ruhe“ in die Öffis einkehren lassen will. Hier einige Beispiele/Anregungen für zusätzliche Verbote:

  • Husten in der Straßenbahn? – Künftig undenkbar, da das äußerst geräuschvoll ablaufen kann
  • Sich mit seinem Gegenüber unterhalten? – Nicht doch in der Straßenbahn: Kommunikation verursacht unnötigen Lärm!
  • Jemanden fragen, ob man ihm oder ihr seinen Sitzplatz überlassen soll? – Wohl kaum: Siehe Punkt 2
  • Schlafen im Bus? – Davon würde ich dringend abraten, zumindest wenn man zum Schnarchen neigt
  • Auch ist es nicht unbedingt ratsam, künftig mit Kleinkindern die Straßenbahn zu benützen. Man stelle sich vor, der Säugling fängt zu weinen an!

Heute mögen diese Beispiele noch lustig klingen, aber in ein paar Monaten können wir uns dann ja selbst ein Bild davon machen, ob es tatsächlich beim „Gebot“, nicht in den Grazer Öffentlichen zu telefonieren, geblieben ist!

Daniela

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 07. Mai 2008 um 10:22 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kommentar abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Kommentare »

  1. Sehr richtig, was Sie da schreiben! Diese Bevormundung der Grazer kotzt mich als Erwachsenen an. Worüber ich besonders verwundert bin, ist da die possierliche Haltung der Grünen.

    Comment: Stimme des Volkes – 07. Mai 2008 @ 15:47

  2. V.a. da keine Strafen zu erwarten sind, wird dieses “Verbot” wirkungslos sein und bleiben. Aber wo wir gerade bei Kuriosiäten im Mobilfunkbereich sind, habe unlängst den so genannten Krocha Tarif von tele.ring entdeckt -> http://www.bamoida.cc
    Dagegen ist Nagls verbot ja ein sprichwörtliches Lecherl!

    Comment: Ditschi – 30. August 2008 @ 18:48

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